Heit is Rauhnacht, Leut gebts obacht!!!
Die Nacht vom 5. auf den 6. Dezember ist im Bayerischen Wald als Nikolausnacht bekannt und ebenso als Rauhnacht. Am 6. Dezember wird des heiligen Nikolaus von Myra gedacht, in der Nacht zuvor geht er um und belohnt die braven Kinder oder bestraft die bösen.
Heutzutage gibt es Schokoladennikoläuse, Nüsse und allerlei andere Süßigkeiten für die Kinder, die ihnen vom heiligen Nikolaus gebracht werden.
Früher gab es sowas nicht, falls man überhaupt was bekommen hat, dann waren das Kletzen (getrocknetes Obst) oder ein paar Nüsse.
Seit dem 17. Jahrhundert hat der Nikolaus einen Begleiter, den Krampus, der mit seiner Rute die bösen Kinder bestraft.
Davor war man der Meinung, dass beide getrennt voneinander gehen, der heilige Nikolaus kommt zu den braven Kinder und der Krampus, damals auch böser Nikolaus genannt, kommt zu den bösen Kindern.
So war es in dieser Nacht ratsam, dass man zu Haus bleibt, denn es konnte durchaus sein, dass man dem bösen Nikolaus über den Weg läuft.
Da der Krampus in dieser Nacht sein Unwesen trieb, wurde diese Nacht auch als Rauhnacht oder Kramperlnacht bezeichnet.
Eine Geschichte aus der Nähe von Furth im Wald erzählt, dass einmal eine Frau mit ihrem Sohn in der Nikolausnacht alleine zu Hause war, der Sohn fragte immer seine Mutter, wann nun der hl. Nikolaus endlich da sei und er seine Geschenke bekomme. Die Mutter sagte ihm immer, dass er sicher bald kommen würde. Kurze Zeit darauf aber fragte der Sohn wieder. Das ging einige Zeit lang so dahin, bis die Mutter verärgert sagte: „Wenn du nicht bald ruhig bist, werfe ich dich aus dem Fenster und dann soll dich der Nikolaus mitnehmen.“ Natürlich meinte sie das nicht so, sie wollte nur ihrem Sohn Angst machen, so dass er endlich ruhig war. Aber es hielt nicht lange an und der Sohn quengelte schon wieder, wann nun der Nikolaus endlich komme. Da machte die Mutter das Fenster auf, nahm den Sohn und hielt ihn fürs Fenster raus in die dunkle Nacht und rief: „Nikolaus, nimm diesen bösen Jungen mit, er will nicht folgen.“ Da wurde ihr das Kind aus der Hand gerissen und sie konnte nur noch sehen, wie er in die Höhe sauste und in der Dunkelheit verschwand. Da fing die Mutter zu schreien an, rannte vors Haus und suchte nach ihrem Sohn. Dieser war aber nicht zu finden, auch der vom Dorf zusammengestellte Suchtrupp konnte ihn in dieser Nacht nicht mehr finden. Erst am nächsten Tag fand man ein abgerissenes Ärmchen auf einem Feld außerhalb des Dorfes. Niemand hörte mehr etwas über den Verbleib des Jungen und alle waren der Meinung, der böse Nikolaus/Krampus habe ihn geholt.
