Der Bilmesschneider

Der Bilmesschneider ist ein Wesen, das auf einem schwarzen Geißbock durch die Felder reitet und die Ernte vernichtet.
Diese Sagengestalt ist seit uralten Zeiten bekannt, Berichte über sein Aussehen gibt es aber nur wenige.
Laut alten Erzählungen hat er an seinen Füßen glänzende Sicheln angeschnallt. Mit seinem Bock durchreitet er die Felder und schneidet mit seinen Sicheln die Ähren des Korns ab, auch der Bock soll ziemlich gefräßig sein und sein Werk dazu tun.
Meisten schneidet er von einer Ecke zur anderen Ecke des Feldes eine oder mehrere schmale Gassen, die sich in der Mitte kreuzen. Dies wäre kein großer Schaden für das Feld, das Schlimme daran ist, dass dieses Feld, in dem er geritten ist, dann wie verflucht scheint, das Korn im Umkreis der Gassen wächst nicht mehr und verdirbt. So ist meistens das ganze Feld betroffen und der Schaden für die Bauern enorm.
Es wird berichtet, dass er das Korn nicht nur in Gassen, sondern auch in anderen Formen abschneidet, so findet man oft Kreise oder ähnliches in den Feldern. Diese Erscheinungen werden heute den Außerirdischen zugeschrieben, heutzutage glauben die Menschen mehr an Außerirdische als an Sagengestalten, von denen unsere Vorfahren seit Jahrtausenden berichten.
Geschichten über den Bilmesschneider gibt es auch in anderen Ländern und Kontinenten, meist wurde er hier als Korngeist bezeichnet.
Der Bilmesschneider geht meisten an Fronleichnam und in den drei Nächten um die Sommersonnenwende um.
Schützen konnte man sich nur, wenn man am Palmsonntag Palmbuschen weihen ließ und diese an drei Ecken des Feldes aufstellte. Drei Ecken deswegen, falls der Bilmesschneider schon im Feld war, dass er an einer Ecke entweichen konnte, sonst hätte er das ganze Feld zerstört.
Auch die Felder, die an ein Feldkreuz grenzten, blieben meistens verschont.