Die Andreasnacht

Die Andreasnacht – eine schlimme Nacht – eine Losnacht

Die Andreasnacht ist die Nacht zum 30. November (Andreastag), dem Todestag des hl. Andreas.

Nach altem Volksglauben ist diese Nacht als sogenannte Losnacht, wie auch Weihnachten, Silvester oder hl. Thomas (21. Dezember) besonders dazu geeignet, den gewünschten künftigen (Ehe-) partner an sich zu binden oder zunächst herauszufinden, wer es denn sein wird. Dies begründet sich darin, dass der hl. Andreas nicht nur Schutzheiliger der Fischer, sondern auch der Liebenden und des Ehestandes ist.

Die Bräuche hierzu sind von Region zu Region unterschiedlich: Man schaut ins Feuer und sagt ein Sprüchlein oder Gebet auf (Andreasgebet), und im Feuer oder Spiegel soll dann der Zukünftige erscheinen. Oder man isst eine Semmel in drei Bissen, und wer einem dann als erster begegnet, soll es sein. Die Brüder Grimm haben es in ihren „Deutschen Sagen“ so aufgeschrieben:

„Es ist Glaube, dass ein Mädchen in der Andreas-Nacht, Thomas-Nacht, Christ-Nacht und Neujahrsnacht seinen zukünftigen Liebsten einladen und sehen kann. Es muss einen Tisch für zwei decken, es dürfen aber keine Gabeln dabei sein. Was der Liebhaber beim Weggehen zurücklässt, muss sorgfältig aufgehoben werden, er kommt dann zu derjenigen, die es besitzt und liebt sie heftig. Es darf ihm aber nie wieder zu Gesicht kommen, weil er sonst der Qual gedenkt, die er in jener Nacht von übermenschlicher Gewalt gelitten und er des Zaubers sich bewusst wird, wodurch großes Unglück entsteht.“

Ein anderer Brauch ist das Pantoffelwerfen, bei dem ein unverheiratetes Mädchen seinen linken Pantoffel über die Schulter zur Tür wirft. Wenn der Pantoffel mit der Spitze zur Tür fällt, bedeutet das, dass die Eheschließung noch im selben Jahr erfolgen wird.

Andreas war ebenso wie sein Bruder Simon Petrus ein Apostel Jesu Christi. Gemäß der Bibel stammten Andreas und Simon aus Bethsaida am See Gennesaret (Joh 1,44 ), besaßen ein Haus in Kafarnaum (Mk 1,29 ) und waren Fischer. Das Johannesevangelium berichtet, Andreas sei zuerst ein Jünger Johannes des Täufers gewesen, der ihn dann an Jesus wies, worauf er auch seinen Bruder Simon zu Jesus führte mit der Botschaft Wir haben den Messias gefunden (Joh 1,35-42 ).

Also, alle die vor Neugier platzen ob der Angebetene wirklich der richtige ist – versucht es doch einmal