Es war um Mitternacht, da sah ein Mann im Traum zwei schwarze Frauen über seinem Ehebett schweben. Es waren keine Afrikanerinnen, sie sahen aus wie die hiesigen Frauen, nur sehr dunkel. Eine der Frauen kam ganz nah zu ihm, eine eisige Kälte spürte der Mann, die von der Frau aus ging. Es sind arme Seelen, so dachte er. Sein Gesicht schmerzte vor Kälte. Schützend legte er seine Hand darauf. Dadurch wurde er wach. Als er die Augen öffnete, lag seine Hand immer noch auf seinem Gesicht, aber die Kälte war verflogen.
Grabeskälte, wie sie auch genannt wird, geht von diesen dunklen, erdgebundenen Seelen aus, die noch nicht ins Licht gehen wollen oder können.
Diese Kälte wird oft von Menschen beschrieben, die schon Kontakt mit diesen armen Seelen hatten.
Er dachte, dass er vielleicht einen Alptraum gehabt hatte und wollte sich gerade zur Seite drehen und weiterschlafen. Doch da hörte er plötzlich, wie seine Frau, die neben ihm schlief, mit ängstlicher Stimme im Schlaf sagte: „Zwoa sind es“. Da wusste er, dass seine Frau auch die beiden schwarzen Frauen wahrnahm und Angst vor ihnen hatte.
Am nächsten Morgen fragte er seine Frau, was sie für einen Traum gehabt hatte. Sie wusste nur noch, dass es ein schrecklicher Alptraum war, aber an Genaueres konnte sie sich leider nicht mehr erinnern. Der Mann ärgerte sich, dass er sie nicht aufgeweckt hatte, um sie gleich danach zu fragen.
