Die Totenvögel

Als Totenvögel wurden regional Raben oder Elstern bezeichnet, Raben wegen ihrer schwarzen Farbe und weil sie meistens die ersten sind, wenn irgendwo ein totes Tier liegt, da sie Aas fressen. Elstern, weil sie schwarzweiß gefiedert sind, sie sehen aus wie der Tod, schwarz wie seine Kleidung und weiß wie die Gebeine der Toten.
Diese Vögel sind nicht gerne gesehen, da die Waidler meinen, dass sie den Tod oder ein Unglück ankündigen.
Ein alter Spruch lautet: „Wenn es viele Raben gibt, kommt bald ein Krieg“
Die Menschen vermuten, dass die Aasfresser schon wissen, wann ein großes Fressen bevor steht und sich frühzeitig vermehren.

Oft wird auch der Steinkauz als Totenvogel bezeichnet, nicht wegen seines Aussehens, sondern wegen seines Verhaltens.
Er lebt oft in der Nähe von Menschen, seltsam an diesem Vogel ist, dass er oft an die Fenster der siechenden oder im Sterben liegenden Menschen fliegt, wahrscheinlich wurde er durch den Geruch der kranken Menschen angelockt.
Sein Schrei hört sich an, als wolle er „komm mit, komm mit“ sagen, dies alles brachte ihm den Namen Totenvogel in der Bevölkerung ein.

Es gibt auch viele Sagen und Geschichten über diese Totenvögel, hier sind zwei davon.

Es war einmal ein todkranker Mann, der im Bett auf sein Ende wartete, jeden Tag erschien vor dem Haus ein Totenvogel und blieb den ganzen Tag in der Nähe des Hauses.
An dem Tag, als der Mann gestorben war, wurde auch der Vogel das letzte Mal gesehen.

Ein Mann war einmal schwer krebskrank, seit einiger Zeit sah er im Garten jeden Tag einen Totenvogel sitzen, er meinte, dass der Vogel ihn immer durch das Fenster beobachtet. Wenn er in einen anderen Raum ging, dauerte es nicht lange, dann war der Vogel wieder vor dem Fenster. Da der Mann durch dieses Omen nicht mehr an seine Heilung glaubte, erhängte er sich. Seit dem Tag, als sich der Mann erhängt hatte, war auch der Vogel nirgends mehr zu sehen.

Wenn man in der Nacht an einen Totenvogel konzentriert denkt, wird man ihn hören, es wird entweder eine Krähe krähen, eine Elster schnarren oder ein Steinkauz rufen. Der Vogel wird einem bis nach Haus folgen, nur sein Geschrei hört man. Wichtig ist nur, dass man, bevor man ins Haus eintritt, noch sagt: „Gelobt sei Jesus Christus“, dann wird der Vogel verschwinden. Wenn man dieses nicht sagt, kann sein, dass man den Vogel und somit den Tod mit ins Haus bringt.