Die Fronleichnamsnacht

Heit is Rauhnacht, Leut gebts obacht!

Die Nacht zum Fronleichnamstag wird als böse Nacht, als Rauhnacht angesehen. Kein Mensch soll sich nach dem Abendläuten mehr aus dem Haus wagen, es geht der Teufel in dieser Nacht um. In manchen Gegenden wurde am Mittwochabend vor der Fronleichnamsnacht auf unseren Herrgott Salut geschossen, ähnlich wie das Christkindlanschießen an Heiligabend. Dieses Salutschießen wurde am Fronleichnamstag morgens wiederholt. Der Sinn hinter dem Schießen war wiederum, dass durch den Lärm die Geister, Dämonen und der Teufel vertrieben werden sollten. Mit dem Aussterben der Böllerschützenvereine nach den Weltkriegen kam dieser Brauch ab. Am Fronleichnamstag selber findet eine Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Straßen der Gemeinden statt. In der Zeit des Umzuges darf kein Mensch in den Wald gehen, denn dort geht der Teufel um. Er ist auf der Suche nach den Menschen, die nicht an dem Umzug teilnehmen und so Gott nicht ehren. Leider nutzen immer mehr Menschen diesen Tag, um ihre alltägliche Arbeit zu verrichten und nehmen nicht mehr an dieser Prozession teil. Aber man sollte sich bewusst sein, auch wenn man ihn nicht sieht, der Teufel schaut einem genau zu und schnell kann ein fallender Baum von ihm umgelegt werden, so dass ein Unglück geschieht.