Die Allerseelennacht

Heit is Rauhnacht — Allerseelennacht

Die Allerseelennacht ist vom 1. November auf den 2. November. Sie galt im Bayerischen Wald als Rauhnacht, in dieser Nacht hatten die Toten freien Lauf. Dieser Glaube geht auf die germanische Religion zurück, die nicht, wie die Kelten glaubten, dass die Nacht der Toten am 1. November sei, sondern erst in der darauffolgenden Nacht. Die Germanen glaubten, dass in dieser Nacht die Toten ihre Gräber verlassen dürfen, deshalb war es ratsam, das Haus nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu verlassen, denn diese Nacht gehört nicht den Lebenden.
Laut alten Erzählungen heißt es, dass hier um Mitternacht in den Kirchen eine Messe für und mit den Verstorbenen ist. Wer sich heimlich in die Kirche schleicht, kann die Toten der Gemeinde dort sitzen sehen, aber er sollte aufpassen, dass er nicht erwischt wird, diese wandelnden Toten würden ihn an Ort und Stelle zerreißen.
Früher wurde in dieser Nacht besonders stark eingeheizt, man war der Meinung, dass sich die “armen Seelen”, die für ihre Sünden die kalte Pein leiden müssen, aufzuwärmen dürften. Die kalte Pein leiden Seelen, die nicht ins Jenseits wechseln dürfen, sie müssen tagsüber in dem kalten, feuchten Grab liegen und in der kalten Nacht ruhelos umhergeistern. Nur in der Allerseelennacht dürfen sie sich aufwärmen.
Wer in der Allerseelennacht am Friedhof vorbeigeht, der kann auf der Friedhofsmauer die verstorbenen Kinder sitzen sehen, die dort eingegraben wurden.
Bestimmte Orte waren in diesen Nächten besonders zu meiden, wie Totenbretter, Friedhöfe, Marterl und Unglücksorte. Alles, wo sich etwas mit dem Tod abgespielt hat, soll in dieser Nacht gemieden werden, da sich hier besonders die armen Seelen aufhalten.

Die katholische Kirche übernahm einen Teil des alten Glaubens und nannte den 2. November Allerseelen, er war den Seelen der Verstorbenen des vergangenen Jahres geweiht.